Drobs und Aidshilfe gedenken am 21.07.2026 in Ahlen gemeinsam der verstorbenen Drogengebrauchenden
Im Jahr 2025 starben in Deutschland 2.150 Menschen an den Folgen illegalen Drogenkonsums (z. B. Opioide, Crack, Kokain). Besonders alarmierend: die Zahl steigt vor allem bei jungen Menschen, die häufiger synthetische, hochpotente Drogen zu sich nehmen, bei denen die Wirkung kaum zu kalkulieren ist.
Der Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende mahnt, nicht wegzuschauen, denn Sucht kann alle Menschen (be-)treffen. Niemand entscheidet sich bewusst dafür, drogenabhängig zu werden.
Drobs und Aidshilfe unterstützen die bundesweite Kampagne #GibMir5, mit der deutsche
Fachorganisationen gemeinsam deutlich machen: Es gibt konkrete, sofort umsetzbare und wissenschaftlich belegte Lösungen. Fünf Maßnahmen können Leben retten und die Zahl drogenbedingter Todesfälle nachweislich reduzieren:
- Kommunale Frühwarnsysteme stärken
Trends und gefährliche Entwicklungen müssen früh erkannt werden, um rechtzeitig
reagieren zu können.
- Drugchecking flächendeckend ermöglichen
Nur wer weiß, was die konsumierte Droge wirklich enthält, kann Risiken einschätzen und
tödliche Überdosierungen vermeiden.
- Drogenkonsumräume ausbauen
Sie verhindern Infektionen, ermöglichen medizinische Hilfe im Notfall und schaffen sichere
Konsumbedingungen sowie Zugang zu Beratung.
- Naloxon verfügbar machen
Dieses Notfallmedikament kann die Folgen einer Opioidüberdosierung wirksam abwenden.
Dafür braucht es einen niedrigschwelligen Zugang und geschulte Ersthelfer*innen. Drobs und Aidshilfe bieten gemeinsam die entsprechende Schulung an!
- Substitution ausbauen
Sie verbessert die gesundheitliche Stabilität, reduziert Risiken des Konsums und eröffnet
Perspektiven für ein stabileres Leben.
Diese Maßnahmen sind keine Vision, sondern in vielen Ländern und auch in Teilen
Deutschlands Realität, aber sie müssen endlich flächendeckend umgesetzt werden.
Gleichzeitig nutzen Drobs und Aidshilfe diesen Tag, um auf die Bedeutsamkeit niedrigschwelliger Angebote für Drogengebrauchende in Ahlen bzw. im Kreis Warendorf hinzuweisen. Für Menschen, die sich durch Drogengebrauch in prekären Lebenssituationen befinden, ist das Kontaktcafé „Drauf und Dran“ der Drobs eine wichtige erste Anlaufstelle. Hierüber finden Nutzer*innen einen ersten Zugang zum Hilfesystem und können sich auf vertraulicher Ebene u. a. informieren und beraten lassen. Zunehmend besteht neben der Suchterkrankung auch eine weitere psychischen Erkrankung. Auch Themen wie Überlebenssicherung, Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sind derzeit von besonderer Dringlichkeit.
Den Internationalen Gedenktag für verstorbenen Drogengebrauchende begehen Drobs und Aidshilfe am 21.07.2026 gemeinsam mit den Nutzer*innen des Kontaktcafés. Zwischen 10 und 13 Uhr besteht neben einem gemeinsamen Frühstück der geschützte Raum für den Austausch von Erinnerungen, Gespräche, das Innehalten und die Möglichkeit, Erinnerungssteine zu gestalten. Um 11:00 Uhr halten wir gemeinsam eine Schweigeminute ab.
Öffentlich vor der Beratungsstelle wird eine Gedenkstelle gestaltet, an der Blumen, Kerzen oder persönliche Gedanken ihren Platz finden können, zudem wird an der Hausfassade die Zahl der Verstorbenen sichtbar gemacht – als Zeichen dafür, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit einer eigenen Geschichte steht. Gemeinsam setzen wir ein Zeichen gegen das Vergessen.