1.398 Menschen sind 2019 an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben – fast 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hauptursache sind, wie auch in den vergangenen fünf Jahren, Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen.

Dies teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig mit (Pressemitteilung am 24.03.2020). Besonders signifikant sei der Anstieg aufgrund von Langzeitschädigungen in Kombination mit Überdosierungen – von 38 Todesfällen im Jahr 2018 auf 172 im Jahr 2019.

„Die Entwicklung der vergangenen Jahre können wir auf keinen Fall hinnehmen!“, erklärte Ludwig. „Wir sehen an den Zahlen klar, dass wir Leben nur dann retten können, wenn die Hilfsangebote vor Ort noch besser und vor allem lückenloser werden.“ Dazu gehöre eine noch flächendeckendere Substitutionsversorgung.

Wir fordern Versorgungssicherheit (nicht nur) in Zeiten von Corona – Wohnraum, soziale und medizinische Hilfen müssen ein Menschenrecht sein.

Beratungsstellen ist es ohne eine entsprechende finanzielle Ausstattung nicht möglich, mit ausdifferenzierteren Angeboten das Überleben von Suchtmittelabhängigen zu sichern und ihre gesundheitliche und soziale Lage zu verbessern – und so auch die Gesellschaft zu entlasten. Bleibt zu hoffen, dass Frau Ludwigs Einsichten auch bedarfsgerechte und sichere Finanzierungen für Beratungsstellen folgen!

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